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AN(GE)DACHT

Alle Jahre wieder…

…feiern wir Weihnachten, das Fest der Feste. Die Adventszeit stimmt uns ein mit vielen liebgewordenen Bräuchen. Plätzchen backen, die Wohnung festlich schmücken, einen Adventskalender aufhängen, den Adventskranz aufstellen, Geschenke besorgen, Briefe schreiben. Mit der Familie auf einen Weihnachtsmarkt gehen oder ein Konzert besuchen. Wir schauen erwartungsvoll auf die Geburt Jesu, altvertraut und doch von Jahr zu Jahr aufs Neue faszinierend. Ein kleines Kind, das die Welt bewegt und so vieles in Bewegung gebracht hat. Wie schön ist es, wenn die Kinder im Krippenspiel nachspielen, wie es sich damals ereignet haben könnte. Natürlich ist die Phantasie dabei geprägt vom kulturellen Hintergrund. Aber egal, ob da ein farbiges oder ein hellhäutiges Baby in der Krippe liegt, es ist ein ganz besonderes Kind gewesen. Und das bewegt die Herzen. Alle Jahre wieder. Als Pfarrerin habe ich in den 35 zurückliegenden Jahren viele Adventszeiten und Weihnachtsfeste erlebt. Immer war es eine besondere Zeit in meinem Dienst. Und wenn auch die Botschaft von der Geburt des Gotteskindes immer gleich geblieben ist, so habe ich doch sehr unterschiedliche Facetten wahrnehmen können. Als Klinikpfarrerin habe ich die Weihnachtsgeschichte auf die einzelnen Stationen gebracht. Eigentlich wurde zum Fest entlassen, wer nur halbwegs genesen war. Zurück blieben die frisch Operierten, die Schwerkranken, die akut eingelieferten Patienten. An Feiern war hier nicht zu denken. Vielmehr waren die Kranken dankbar, wenn jemand vorbeikam und sich für einen Moment an ihr Bett setzte, mit ihnen betete oder auch mal ein Weihnachtslied vorsang. Als Pfarrerin in der Martin Luther Stiftung wurde die ganze Adventszeit hindurch bereits Weihnachten gefeiert. Jeden Tag war ich mit unterschiedlichen Musikgruppen in den verschiedenen Wohnbereichen. Die Altenpfleger*innen hatten alles liebevoll geschmückt. Soweit es möglich war, wurden die Bewohner*innen mobilisiert. Wie schön, in die strahlenden Gesichter zu schauen oder zu erleben, wie viele in die vertrauten Weihnachtslieder mit einstimmten. Und wie häufig wurden bei meinen Gesprächen die Erinnerungen aufgefrischt: Damals… In der Schule war die Adventszeit für die Schüler*innen eher eine anstrengende Zeit, denn vor den Ferien mussten noch zahlreiche Klausuren geschrieben werden. Wenn wir uns dann jedoch am letzten Schultag zu einem weihnachtlichen Gottesdienst in der großen Aula trafen, dann spürten auch viele Schüler*innen: Jetzt kann Weihnachten kommen. In meinen beiden Gemeinden habe ich die Adventszeit mit festen Traditionen erlebt. Jeder Gemeindekreis hat seine eigene Adventsfeier. Unsere Offene Kirche hält für die Besucher*innen einen Adventskalender mit besinnlichen Texten bereit. Mit Adventsandachten und den Adventsgottesdiensten kann die Vorfreude auf Weihnachten wachsen. Wenn wir die Weihnacht traditionell am 3. Advent einsingen, ist es fast so weit: Die Festtage selbst stehen vor der Tür. Krippenspiel, Christmette, Wunschliedersingen und Hirtenweihnacht. Alle Jahre wieder. Alle Jahre wieder? Im vergangenen Jahr war notgedrungen alles anders: Ein Krippenspiel auf unserer Homepage abrufbar. Weihnachtstüten zum Abholen, weihnachtliche Gedanken auf Papier. Weihnachten im Lockdown. Natürlich wünsche ich mir, mein letztes Weihnachtsfest im aktiven Pfarrdienst mit Ihnen noch einmal wie gewohnt feiern zu können. Hoffen wir, dass es möglich ist. Alle Jahre wieder…werde ich hoffentlich auch im nächsten und in weiteren Jahren Weihnachten feiern, wie, das wird sich weisen. In jedem Fall werde ich mich auch zukünftig auf dieses Fest freuen und die Geburt Jesu jedes Mal „neu“ erleben. An dieser Stelle danke ich allen, die mir in den vergangenen sechs Jahren ihr Vertrauen entgegengebracht haben und mir freundschaftlich verbunden waren. Es war eine abwechslungsreiche und spannende Zeit. Ich bin gerne in Hainburg gewesen! Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit. Ihre Pfarrerin Brigitte Rohde


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